Die Albis Bergrennen

Die Albis Bergrennen

Was ist der Albis

Der Albis ist eine Bergkette im Kanton Zürich, die von Sihlbrugg im Süden bis nach Urdorf/Schlieren bei Zürich im Norden über etwa 22 Kilometer parallel zur Sihl und dem Zürichsee verläuft, inklusive des Zürcher Hausbergs Uetliberg, der aber auf dem Gemeindegebiet von Stallikon liegt. Mehr über den Albis kann man bei Wikipedia nachlesen.

Die Geschichte der Albis Bergrennen

1907 wird das Albis Bergrennen erstmals erwähnt und gehört somit zu den ältesten Schweizer Motorsportveranstaltungen überhaupt. Die Albis Bergrennen waren damals bekannt unter dem Namen Coupe Bollinger-Elmenhorst und 1921 als Coupe Brevo. Das Archiv von DREAM-CARS.CH ist im Besitz eines signierten Original-Pokals aus Silber. Was es mit diesem Pokal genau auf sich hat, ist zur Zeit nicht bekannt, es sind auch unterschiedliche Informationen im Umlauf, so wird das Datum einmal mit dem 26. Oktober 1907 angegeben, andere Quellen erwähnen den 27. Oktober als Austragungsdatum. Auch der Name Bollinger-Elmenhorst kann noch nicht zugeordnet werden. Bollinger ist ein Champagner-Produzent, ob es sich aber um diesen Bollinger handelt weiss man (noch) nicht. Gesichert ist aufgrund der Gravur auf dem Pokal der 26. Oktober 1907, ein Samstag. Es ist aber gut möglich, dass der Event das ganze Wochenende dauerte, also auch am 27. Oktober. Wir versuchen, in den nächsten Wochen mehr Licht ins Dunkel zu bringen.

 

Durchgeführt wurden die Rennen am Albis in den Jahren 1907- 1911, 1921, 1951 und dann vom 19. – 20. Juli 2003 das Revival. Kürzlich erschien im Anzeiger des Bezirks Affoltern eine Geschichte von Willy Hug, in der es eigentlich um Frauen aus dem Knonaueramt geht. Das Bild mit der Startnummer 5 zeigt ein Schweizer Fahrzeug der Marke Fischer, mit einer Frau Fischer am Lenkrad. Die in Zürich ansässige Marke Fischer existierte von 1905 bis 1914. Das Bild in der Zeitung entstand 1911. Die Körperhaltung der Passagiere, vor allem der Beifahrerin, lässt auf eine sehr engagierte Fahrweise von Frau Fischer schliessen, aber sie erreichte trotzdem nur den 20. Rang von 22 klassierten Fahrzeugen. Wieviele das Ziel nicht erreichten oder nicht gewertet wurden, entzieht sich leider unserer Kenntnis. So kann also die Leistung von Frau Fischer nicht wirklich beurteilt werden, vielleicht gab auch das nicht mehr her – wer weiss.

Fischer 16/22 HP am Albis Bergrennen
Ein Fischer 16/22 HP am Albis Bergrennen 1911. Am Lenkrad eine Frau E. Fischer. Sie belegte den 20. Rang 

In unserem Archiv befindet sich ein altes Glas-Diapositiv mit einem Fischer Automobil. Die Aufnahme machte mein Urgorssvater, der in Adliswil wohnte. Ob es sich um dieses Fahrzeug handelt, kann wohl nicht mehr festgestellt werden, aber die geographische Nähe legt die Vermutung nahe.

Ein Fischer Automobil, Foto aufgenommen um 1914
Ein Fischer Automobil, Foto aufgenommen um 1914 

Wenn man sich die Namen auf den Ranglisten anschaut, kommt einem doch der eine oder andere Teilnehmer bekannt vor, vor allem auf der Liste aus dem Jahr 1951. Ein interessanter Name auf der Liste von 1908, Platz 29, ist Franz Brozincevic, ein Kroate, der 1892 in die Schweiz einwanderte und 1910 in Zürich sein erstes eigenes Auto baute, einen Lastwagen. 1916 übernahm er die Motorenfabrik Wetzikon und ab 1918 wurden eigene Lastwagen und Busse unter dem Namen FBW gebaut (Franz Brozincevic Wetzikon). 1913 gründete er die Franz AG, die noch heute Peugeot-Konzessionär ist. Dass er seinen Vornamen als Firmennamen nutzte ist ganz einfach, Franz kann in der Schweiz jeder aussprechen, aber Brozincevic war doch ein Zungenbrecher und in der damaligen Zeit sehr ungewohnt.

Albis Bergrennen
Das Fahrzeug mit der Nr. 17 könnte ein Fischer sein. Die Angabe auf dem Bild mit dem Jahr ca. 1910 lässt diese Vermutung zu, ebenfalls die Form des Kühlers

2 Gedanken zu „Die Albis Bergrennen

  1. Hallo Ahnenforscher,
    ein wirklich interessanter Artikel. Ich habe den Text und die „verstaubten Abzüge“mit genuss aufgesogen. Die Herren am Albis Rennen konnten nach der Bergfahrt sofort in ihren Anzügen zum Stammtisch fahren. Ein Hut statt Schutzhelm sah sowiso edler aus. Gut gelungene Einblicke in die Anfangszeiten motorsportlicher Aktivitäten. Solche „Schmankerln“ dürft ihr jederzeit wieder ausgraben! Oelige Grüsse Hufschmid Roland, 6024 Hildisrieden

    1. Hallo Roland

      Ja, ist wirklich spannend, über eines der ersten Bergrennen der Schweiz zu forschen und möglichst viele Daten zusammenzutragen. Das Revival 2003 ist mir noch in bester Erinnerung, wie der ganze extrem heisse Sommer. Es war einfach jedes Wochenende perfektes Wetter.

      Aber spannend sind wirklich die Rennen von damals und es fehlen uns noch sehr viele Informationen. So wissen wir beispielsweise noch nicht, woher der Name Coup Bollinger-Elmenhorst kommt.

      Wir haben also nicht nur mit Dream-Cars sondern auch mit vielen anderen Dingen eine Menge zu tun, aber so wird uns nie langweilig.

      In dem Sinne wünschen wir Die ein erholsames Wochenende.

      Herzliche Grüsse
      Fredi Vollenweider

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